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Den Atlantik überqueren - Bald geht es los!

Nun geht es also bald los. Am Sonntag werden wir Las Palmas in Gran Canaria verlassen und Richtung Karibik segeln - nach St. Lucia. Wir machen den ARC mit. Aber was heisst das überhaupt? Der ARC (Atlantic Rally Cruise) ist ein Event welcher seit 30 Jahren durchgeführt wird mit dem Ziel, Segler so sicher wie möglich über die Weltmeere zu begleiten – in dem Fall über den Atlantik. Immer im November treffen sich Segelfreunde in Las Palmas auf Gran Canaria um dann an einem gemeinsamen Tag zu starten. Die Boote sind alle eine Woche vorher hier, denn der ARC organisiert Seminare, Sicherheitstrainings, Sicherheitschecks, gemeinsame Abendessen, Cocktails, Kinderveranstaltungen. Es ist viel los hier. Dieses Jahr machen über 250 Boote mit in zwei verschiedenen Regatten: ARC+ und ARC. Der ARC + fährt in zwei Etappen nach Grenada (über die Kap Verden), insgesamt 3'200 Seemeilen (5'926 KM). Der ARC fährt auf direktem Weg nach St. Lucia. Das sind 2'800 Seemeilen (5'185 KM). ARC+ hat dementsprechend länger und ist vor zwei Wochen mit 93 Booten hier weggegangen. Wir (ARC) sind 150 Boote und der Startschuss ist an diesem Sonntag um 13.00h. Denn – auch wenn es natürlich vor allem darum geht, sicher über den Atlantik zu kommen, ist es auch ein wenig ein Wettbewerb (daher auch Atlantic Rally Cruise). Die ganze Woche wird gebührend gefeiert, so natürlich auch der Start am 20. November. Es kommen immer viele Zuschauer, welche uns mit Winken und guten Wünschen aus der Marina verabschieden. Es wird definitiv ein emotionaler Moment werden, denn wir wissen, dass wir danach auf uns allein gestellt sein werden für die nächsten drei Wochen. Drei Wochen keine Insel in Sicht, nur Wasser wohin das Auge reicht. Nun stehen wir also vor dem grossen Tag. Heute ist Freitag und es gibt noch unglaublich viel zu tun. Daher schreibe ich diesen Eintrag auch um 06.00 Uhr morgens weil es mir einfach auch wichtig war, die letzten Wochen und Tage mit euch zu teilen. Wir sind vor sechs Wochen auf Gran Canaria angekommen. Es ist ein bisschen auch hier Heimat geworden. Las Palmas (die Hauptstadt) ist eine tolle Stadt mit vielen verschiedenen schönen Ecken, die man entdecken kann. Wir waren hier viel mit unseren neuen faltbaren E-Bikes unterwegs. Während dieser Zeit sind wir zweimal besucht worden von guten Freunden. Der letzte Besuch kam am Montag an. Unsere Crew! Unsere Freunde Christina und Beat haben sich vor einem Jahr spontan entschieden, mit uns dieses Abenteuer zu wagen und sich für zwei Monate von der kalten Schweiz verabschiedet. Seither ist natürlich viel passiert aber diesem Plan wurde eisern festgehalten und nun sind sie also hier und wir wahnsinnig froh, sie mit an Bord zu haben. Mich beruhigt es ungemein. Zu wissen, dass wir praktische und pragmatische Menschen an Bord haben, die anpacken können, wenn sie dann müssen. Denn inzwischen wissen auch wir. Im Segelleben kann alles und immer passieren. Du bist der Natur und dem Boot ausgeliefert und kannst einfach hoffen, dass an Bord alles hält (angefangen bei der Elektronik) und dass der Wettergott gnädig mit uns sein wird. Segeln ist noch eines der letzten grossen Abenteuer der Menschheit in dem sonst so oft kontrollierten Alltag. Die letzten Tage waren sehr intensiv. Zeittechnisch, aber auch emotional. Du musst einigermassen intelligent proviantieren, damit du genügend und vor allem gehaltvolle Lebensmittel an Bord hast (und auch sonstige Artikel wie zB. Toilettenpapier, Zahnpasta, ...) Zudem haben wir leider immer noch ein technisches Problem mit dem Radar (ein Nachtsichtgerät). Er geht nicht. Heute soll er ausgetauscht werden. Wir hoffen, dass sie noch ein Gerät an Lager haben. Dann haben wir momentan immer noch kein Internet über den Atlantik (ein anderes Internet als das an Land). Dies brauchen wir, um Wetterdaten herunterladen zu können. Wenn das nicht geht, können wir gar nicht lossegeln. Denn Wetterdaten sind essenziell. Heute gehen wir noch die frischen Lebensmittel einkaufen, wie Obst und Gemüse. Dann werden wir heute Nachmittag nochmals kurz raus aufs Meer fahren, um unser Grossegel zu testen. Denn damit (und der Winsch – das Gerät, welches das Grossegel elektronisch hochfährt) hatten wir auch Probleme. Heute Abend gibt es nochmals zwei verschiedene Cocktail Anlässe und morgen ist dann das Reinigen unserer Makhanee dran sowie ein Puffertag für «last minute Dinge», die es ja auch immer mal wieder gibt. Am Sonntag werden wir es ruhig angehen, denn dann fahren wir ja los. Und diesen Moment wollen wir auch geniessen. Falls ihr mit uns mitsegeln möchtet, könnt ihr das gerne tun: Eine Möglichkeit ist der Vesselfinder (zu finden auf der Homepage unter «Track-Wo sind wir») Eine andere Möglichkeit ist das App «YB Races» herunterladen - Add Races – Atlantic Rally for Cruisers 2022 – ARC 2022 Ich melde mich dann wieder, sobald wir auf der anderen Seite des Atlantiks angekommen sind. Denn wir werden nur Internet haben für das Herunterladen von Wetterdaten, sonst sind wir offline! Aber keine Sorge - auch wenn wir relativ schnell die anderen 149 Boote nicht mehr von blossem Auge sehen können, sind sie doch um uns herum und wir durch die Verbindung mit dem ARC relativ sicher unterwegs. Wir sind untereinander in Kontakt und verbunden.



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