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Leiden - Leistung - Druck


Ich beschäftige mich immer mal wieder mit dem Wort "Potential" und seiner Bedeutung, vor allem im beruflichen Kontext. Was heisst, sein Potential ausschöpfen? Tue ich das? Das Potential verbinde ich stark mit der eigenen Leidenschaft. Ich glaube, dass nur wenn wir unsere Leidenschaft leben (was für ein komisches Wort!), wir an unser Potential kommen. Aber nachdem ich jetzt gerade das Wort auseinandernehme, danke ich, dass ich vielleicht ein anderes Wort nutzen sollte. Vielleicht kann ich deswegen mein Potential nicht ausschöpfen - LOL.

So - noch schnell in Wikipedia nachgeschaut: Es geht auch mit den Worten: Hingabe, Begeisterung, Passion.


Immer mal wieder habe ich das Gefühl, dass ich das nicht tue (also meine Passion leben). Dass ich zu "mehr" fähig bin. Aber was heisst das - zu "mehr" fähig? In was?


Und - obwohl ich Coach bin und ein Ausbildungsinstitut erfolgreich geleitet habe, habe ich mich danach gefragt, ob das meine Leidenschaft war? Und irgendwie dachte ich immer, dass ich keine Leidenschaft entwicklen kann für einen Beruf. Weil ich auch immer mal wieder schnell etwas loslassen konnte.


Als ich letztens wieder mal über mich und meine Leidenschaft nachgedacht habe, weil ich auch mit jemandem darüber gesprochen hatte, ist mir plötzlich bewusst geworden, dass es nicht der Beruf an und für sich war, der mir nicht Spass gemacht hat, sondern das Umfeld - die Menschen darin.


Und ich habe gemerkt, dass ich gut mit "normalem" Druck umgehen kann. Der Moment, wo man auf sich selbst zurück geworfen wird und eine Reaktion erforderlich ist, diese Situation aber nicht bewertet wird. Der Druck, wo man reagiert, ohne darüber nachzudenken.

Der Leistungsdruck hingegen finde ich schrecklich. Bei diesem Druck entscheidet eine Drittperson, ob man gut ist oder nicht. Der Druck, der künstlich hochgehalten wird und im Prinzip komplett unnötig ist. Und irgendwann entwickelt man einen eigenen Leistungsdruck sich selbst gegenüber. Und fängt an, sich zu bewerten und zu verurteilen.

Durch konstanten Druck entsteht Gegendruck. So viele Menschen müssen sich tagtäglich beweisen. Und viele beweisen sich dadurch, indem sie jemand anderen abwerten oder unter Druck setzen.


Ich fühle mich dort am wohlsten, wo ich mich nicht beweisen muss. Ich finde das wahnsinnig anstrengend. Und ich habe mir ein Umfeld geschaffen, wo ich mich nicht mehr beweisen muss. Das ist so entlastend.


Ich höre immer wieder, dass vielen Menschen im Prinzip ihr Job gefällt, wenn denn das Umfeld oder eine bestimmte Person oder eine bestimmte Firmenkultur nicht wäre. Und ich habe erst gerade vor ein paar Tagen realisiert, dass es mir auch immer so gegangen ist. Ich habe mich letztendlich immer vom Druck entfernt. Und so natürlich auch immer mal wieder meine vielversprechenden Karrieren aufgegeben. Weil es mir schlussendlich einfach nicht wichtig genug war, mich für andere Menschen oder eine Firmenkultur kaputt zu machen. Aber das war nicht einfach, denn ich habe mich auf dem Weg oft hinterfragt, warum ich nicht auch einen "normalen" Weg gehen kann, wie die Mehrheit der Menschen.


Nun - weil ich halt einfach nicht "normal" bin ;-).


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